Malanleitung & Technik

KERAMIK SELBST BEMALEN

Anleitung für Zuhause oder zur Vorbereitung auf deinen Besuch in der Potteria

An dieser Stelle geben wir euch alle wichtigen Infor­ma­tionen zum Bemalen eurer Keramik. Insbe­sondere den Zuhause-Malern mit dem Potteria-Mal-Paket stellen wir diese ausführ­liche Malan­leitung als pdf-Datei zum Ausdrucken zur Verfügung.
Wir stellen dir folgende Techniken vor:
  • Vorzeichnen mit Bleistift
  • Farben mischen, neben- und überein­ander malen
  • Kreis­runde Tupfen und Pun kte
  • Kratz- und Blubber­technik
  • Blubber­technik
  • Stempeln
  • Abkleben
  • Schablonen

Am Ende des Skripts: Inspi­ration – Was male ich überhaupt?

Was du vorab wissen solltest

BITTE HÄNDE WASCHEN

Bitte wasche dir vor dem Anfassen der Keramik ordentlich die Hände. Dabei geht es nicht um Schmutz, sondern um Fett (Hautfett). Die raue trockene Oberfläche der Rohke­ramik saugt Fett ganz schnell auf. An dieser Stelle kann sie dann nicht mehr bemalt werden, sie stößt Farbe und Glasur ab. Findest du an deiner Keramik Schmutz vom Karton o.ä. , ist das nicht schlimm, denn Dreck brennt im Ofen weg. Wenn Farbe auf Kleidung oder Tisch gelangt, ist das auch nicht tragisch: sie ist wasser­löslich und lässt sich leicht entfernen. Zu den Farben: Fülle immer nur ein bisschen der kostbaren Farbe auf deine Palette – du kannst immer wieder nachnehmen. Überschüssige Farbe trocknet aus oder muss entsorgt werden. Das ist zu teuer.
  • Keramik nur mit sauberen, fettfreien Händen anfassen
  • Andere Verschmut­zungen brennen weg
  • Farbe ist auswaschbar und ungiftig
  • Sparsam mit Farbe umgehen, damit nicht so viel wegge­spült werden muss

FARBVERHALTEN VOR UND NACH DEM BRENNEN

Du kennst es mit dem Anblick von Straßen­asphalt vergleichen: im nassen Zustand ist er schwarz, im trockenen hellgrau. Genauso verhält sich das mit den Keramik­farben. Wenn du die Farben vermalst, sind sie dunkel und kraftvoll. Wenn sie trocknen, werden sie deutlich heller und wirken pastellig (schwarz wie grau, rot wie rosa etc.). Erst während des Brenn­vor­gangs im Ofen entwi­ckeln sie ihre wahre Farbkraft. Unter­schied­liche Inten­sität erhalten die Farben durch einfachen bis mehrfachen Auftrag. Eine Schicht ergibt ein leicht trans­pa­rentes, der Wasser­farbe ähnliches Ergebnis. Die Pinsel­striche werden entspre­chend deutlich zu sehen sein. Um ein gleich­mäßig deckendes Ergebnis zu erzielen, sind drei bis vier Schichten notwendig, zwischen­durch
immer ein bisschen antrocknen lassen (geht schnell, da die offene Oberfläche der Rohke­ramik die Farbe schnell aufsaugt).
  • Farben entwi­ckeln erst beim Brennen ihre Kraft
  • Einmalig auftragen: so durch­scheinend wie eine Aquarell­farbe
  • Drei bis viermal auftragen: gleich­mäßig und farbin­tensiv
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UNBEMALTE FLÄCHEN

Du musst deine Keramik nicht komplett bemalen. Alles, was nicht angemalt wird, bleibt einfach weiß. Die Keramik wird vor dem Brenn­vorgang noch einmal komplett in Trans­par­ent­glasur getaucht, so dass danach alles versiegelt ist.
  • Keine weiße Grundierung notwendig, alles nicht Angemalte bleibt weiß.
  • Die Trans­par­ent­glasur versiegelt später alle Flächen.
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STELLRAND UND SIGNATUR

Fast jedes Teil hat einen Stellrand auf der Unter­seite. Das ist der dünne Rand, auf dem die Keramik auf dem Tisch steht. Dort bitte keine Farbe auftragen! Die wischen wir sonst vor dem Brennen weg. Denn bei bemalten Stell­rändern besteht die Gefahr, dass die Keramik an der Ofenplatte festbrennt und beim Ablösen kaputt geht.
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JEDES BEMALTE TEIL MUSS VON SEINEM MALER SIGNIERT WERDEN!

Bitte schreibe deinen kompletten Namen (keine Kürzel!) auf die Unter­seite deiner Keramik. Teile ohne Namen werden nicht gebrannt! Eine genaue Zuordnung zu Personen muss möglich sein – außerdem signiert jeder Künstler sowieso sein Kunstwerk!
  • Stellrand bitte nicht bemalen, die Keramik könnte auf der Ofenplatte
  • festbrennen und kaputt gehen (kleine Kleckse sind nicht schlimm, aber
  • grund­sätzlich freilassen, sonst müssen wir es wegwi­schen)
  • Schreibe am Ende deinen kompletten Namen unter deine Keramik schreiben –
  • mit Pinsel oder mit dem Stäbchen in die trockene Farbe geritzt
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MALEN MIT KLEINEN KINDERN

Kleine Kinder neigen dazu, den Pinsel nach jedem Farbauftrag ins Wasserglas zu tunken, weil sie es von der Wasser­farbe gewohnt sind. Achte darauf, dass sie dies beim Bemalen der Keramik nicht tun, bzw. wenn sie den Pinsel auswa­schen, ihn auch gut wieder abtupfen, damit die Farbe nicht zu dünn auf der Keramik liegt. Auch empfiehlt es sich, ganz kleinen Kindern jede Farbe, die sie verwenden wollen, einzeln hinzu­stellen, so dass keine hässlichen Farbtöne entstehen. Ganz wichtig: Bitte keinen Bleistift zum Vorzeichnen in kleine Kinder­hände, sie drücken zu stark auf.
  • Bitte lassen Sie kleine Kinder mit Farben und Keramiken nicht unbetreut. Ab 8 Jahren können sie schon sehr selbständig malen.
  • Darauf achten, dass die Kleinen den Pinsel nicht ständig ins Wasser tauchen, wie sie es von Wasser­farbe gewöhnt sind.
  • Bitte nicht mit Bleistift vorzeichnen lassen, sie drücken zu sehr auf.
  • Eine Farbe nach der anderen hinstellen und auf Verbrauch achten.
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BABY-FUSSABDRÜCKE

Keramik­farbe ist ungiftig und lässt leicht auf Babyfüße streichen. Bitte wasche die Füßchen vorher mit einem feuchten Wasch­lappen ab, jedoch nicht mit Feucht­tü­chern, da sie cremige und damit fetthaltige Substanzen enthalten. Bitte entscheide dich am besten für einen dunklen Farbton, damit alle Feinheiten klar rauskommen. Wenn du die Farbe aufträgst, achte darauf, die Zehen­spitzen nur anzutupfen und das Fußge­wölbe schön auszu­sparen, sonst gibt es Plattfüße.

Babyhändchen sind schwierig zu stempeln wegen des angebo­renen Greif­re­flexes. Bei Klein­kindern klappt das dagegen schon sehr gut, da sie kein Fäustchen mehr machen.

  • Füßchen müssen sauber sein.
  • Tenden­ziell eher dunklen Farbton wählen
  • Zehen­spitzen nur tupfen und Fußge­wölbe aussparen
  • Handab­drücke nur bei Klein­kindern mit nachlas­sendem Greif­reflex

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KLEINE MISSGESCHICKE

Ist dir ein kleiner Fleck oder Ausrut­scher auf der Keramik unter­laufen, so ist das nicht schlimm. Mit einem sauberen, leicht angefeuch­teten Schwämmchen kannst du sogar Farbkleckser entfernen. Bereits getrocknete Farbflecken entfernst du am besten kratzend mit einem Holzstäbchen oder etwas Schleif­papier.  Berück­sichtige bei Schwarz, dass hier oft ein kleiner Schleier zurück bleiben kann, da Pigmente leicht in die Oberfläche einziehen.

Größere Farbflächen solltest du aller­dings nicht feucht abwischen, da die Keramik sonst zu viel Wasser aufsaugt und im Ofen platzen kann. Bloß nicht unter fließendes Wasser halten!

  • Grund­sätzlich keine Panik!
  • Mit einem feuchten, sauberen Schwämmchen kannst du den Fleck entfernen
  • Trockene Farbkleckse mit Stäbchen abkratzen oder abschleifen
  • Bitte nicht komplette Keramik abwaschen
  • Vorsicht bei Schwarz
  • Farbe ist wasser­löslich und wäscht sich leicht aus der Kleidung aus

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Techniken

VORZEICHNEN MIT BLEISTIFT

Möchtest du dein Motiv vorzeichnen? So benutze einen ganz normalen bis harten Bleistift und coloriere danach deine eigene Zeichnung. Noch sichtbare Bleistift­striche kannst, musst du aber nicht wegra­dieren, denn er brennt im Ofen weg und wird nicht mehr zu sehen sein. Bitte leichte bis normale Bleistift­striche! Sind sie zu dick, haftet an der Stelle die Glasur nicht gut und wird hubbelig.

  • Radieren ist kein Problem
  • Bleistift­striche brennen weg
  • Bitte nicht zu fest aufdrücken, damit die Glasur nicht löchrig wird.

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FARBEN MISCHEN, NEBEN- UND ÜBEREINANDER MALEN

Farben können bei Bedarf mitein­ander gemischt werden, aber bitte nicht mit Wasser! Das nur zum Auswa­schen der Pinsel benutzen. Stelle dazu ein Glas mit Wasser an deinen Platz.

Falls du Farben überein­ander malen möchtest, male dunklere Farben über helle. Da die Farben im Ofen mitein­ander verschmelzen, vermi­schen sich auch Farbpig­mente. So wird z.B. Dunkelblau ein darüber gemaltes Gelb „schlucken“ oder stark verändern.

Ausnahme ist Weiß: es enthält die höchste Pigment­dichte. Deshalb kannst du weiße, cremige Punkte über dunkle Farben tupfen. Weiß wird nicht so leicht geschluckt.

  • Bei Bedarf können Farben gemischt werden
  • Wasser nur zum Pinsel­rei­nigen, nicht zum Mischen verwenden
  • Male dunkle Farben über helle, nicht umgekehrt
  • Weiß kann über jede Farbe platziert werden

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KREISRUNDE PUNKTE UND TUPFEN

Punkte kannst du in vielen Varia­tionen auf deine Keramik zu einem schönen Muster arran­gieren. Dazu tauche einfach den rückwär­tigen Pinselstil in die Farbe und tupfe die Farbe auf die Oberfläche – für jeden Punkt neue Farbe holen. Dann sind die Punkte dick genug, um strah­lende Farben zu entwi­ckeln.

  • Pinselstil pro Punkt einmal in die Farbe tauchen und gerade aufsetzen
  • Eine Schicht reicht

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KRATZ- ODER RITZTECHNIK

Nach dem Auftragen von 3 bis maximal 4 Schichten Farbe, hast du genug Substanz, um die Kratz­technik anzuwenden. Benutze dazu ein spitzes Holzstäbchen und warte bis die Farbe frisch getrocknet ist.
Achte dabei darauf, dass die Farbe wirklich trocken ist. Beim Ritzen soll das Weiß der Keramik wieder zum Vorschein kommen. Die weiße Linie wird später deutlicher, da sich die Glasur hinein legt und beim Brennen aufhellt.
Wird die Farbe zu trocken und hart, um sie mit dem Stäbchen wegzu­schieben, feuchte sie wieder mit einem Pinsel an.
Beim recht präzisen Ritzen von Motiven, Mustern oder Schrift entstehen viele Krümel. Bitte wische diese nicht mit der Hand weg, sondern benutze einen großen Pinsel und streiche sie zum Schluss über dem Mülleimer ab.
Sobald du fertig bis, müssen alle Farbkrümel entfernt werden, damit sie beim Glasieren nicht in die Glasur fallen oder unschöne Hügel auf der Keramik bilden.

  • präzises Ritzen von Motiven, Mustern oder Schrift möglich
  • Farbe muss dick genug (3-4 Schichten) und frisch getrocknet sein
  • Farbe leicht anfeuchten, wenn sie zu hart wird
  • Krümel nur mit dickem Pinsel trocken abstreichen, nicht mit den Fingern

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BLUBBERTECHNIK

Möchtest du ein Muster aus farbigen Luftblasen auf deine Keramik zaubern? Dann vermische die Farbe peinlich genau nach unserem Rezept:

  • Ca. 1 Esslöffel Farbe mit 2 Esslöffel Wasser und einem kleinen Tropfen Spüli in einem Glas mischen
  • Wenig Spüli, da es sonst die Glasur abweist oder spröde macht
  • durch einen Strohalm in die Flüssigkeit pusten, aufstei­gende Luftblasen auf oder in die Keramik fallen lassen
  • zusehen, wie die Blasen langsam von selbst platzen, nicht kaputt machen
  • Keramik trocken lassen und nicht mehr bewegen

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STEMPELN

Möchtest du Motivs­tempel für die Gestaltung deiner Keramik benutzen? Dann denke daran: auf Keramik ist Stempeln etwas schwie­riger, da die Keramik­falle dickflüs­siger als normale Stempel­farbe ist.

Trage deshalb nur eine hasel­nuss­große Menge Farbe auf ein kleines Schwämmchen auf und streiche sie mit dem Zeige­finger an der Oberfläche glatt. Sie soll nicht tief in den Schwamm einziehen, und es soll auch keine Farb-Nase hochstehen. Dann tupfe ganz leicht und vorsichtig den Stempel mit dem Schwämmchen ab. Nur die Erhöhungen sollen mit Farbe benetzt sein. Gelangt Farbe in die Rillen, wird dir kein sauberer Stempel­ab­druck gelingen. Übe vorher zur Sicherheit ein-, zweimal auf Papier. Der Stempel muss vorher (und nachher ;-)) sauber sein.

Alter­nativ kannst du einen Farbklecks mit einem Schwämmchen auf einer glatten Fläche ausein­ander tupfen, den Stempel darauf­stellen und stempeln.

Benutze nur dunkle Farben zum Stempeln auf Keramik. Warum? Du kannst immer nur eine sehr dünne Schicht stempeln, da du nie ein zweites Mal genau die gleiche Stelle treffen wirst.

  • Bastele dir ein Stempel­kissen aus einem Schwämmchen
  • Betupfe den Stempel ganz vorsichtig
  • Verwende nur dunklere Farben
  • Mache einen Probe­ab­druck auf Papier

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ABKLEBEN

Du kannst Linien mit Tesa-Krepp abkleben oder Motiv­stanzer verwenden. Stanze aus Papier oder selbst­kle­bendem Etiket­ten­papier Motive und klebe sie auf deine Keramik. Papier haftet relativ gut, wenn du es befeuchtest. Übermale die Motive mit einer oder bis zu drei Schichten, am besten übertupfst du sie mit dem Malschwämmchen.

Sobald die Farbe trocken ist, löst du die Klebe­streifen oder Papier­motive mit einem Stäbchen ab. Alle abgeklebten Stellen sind dann weiß. Bitte vergiss das Ablösen nicht, sonst kommt an die Stelle keine Glasur und bleibt auch nach dem Brennen rau.

  • Motive mit Motiv­stanzer aus Papier auflegen / -kleben
  • Übermalen und sauber ablösen
  • Keine Aufkleber vergessen

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SCHABLONEN

Auflegen und vorsichtig mit dem Farbschwämmchen übertupfen, damit die Umrisse nicht unsauber werden. Liegt die Schablone nur lose auf, ist es sicherer, die Umrisse mit Bleistift nachzu­ziehen oder in die Grundierung hinein zu ritzen.

  • Vorsichtig mit Schwämmchen übertupfen
  • Am besten einen Bleistift zum Vorzeichnen benutzen oder direkt ritzen

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INSPIRATION

WAS MALE ICH ÜBERHAUPT?

Ganz einfach:

ALLES IST MÖGLICH
NICHTS MUSS
ALLES DARF

  • Male einfach, was dir spontan einfällt. Kopf ausschalten und die Kreati­vität fließen lassen – du wirst sehen, es ist herrlich!
  • Gibt es Bilder und Erinne­rungen aus deinem Urlaub? Wünsche oder Sprüche? Abstakte Muster? Gegen­stände oder einfach nur besonders beliebte Farben?
  • Wem gar nichts einfällt, dem empfehle ich einen Blick in die Online-Galerie der Potteria https://keramikbemalen-neuss.de/galerie
  • Alter­nativ suchst du bei Pinterest nach bemalter Keramik

VIEL SPASS BEIM KERAMIKBEMALEN!